Psychoneuroimmunologie in Dresden

Psychoneuroimmunologie

Was ist unter Psychoneuroimmunologie zu verstehen?

„Wenn ich Stress habe oder ich mich vor etwas ekel, zeigt sich der Herpes an der Lippe. Wenn ich mich ärgere, dann habe ich Magenschmerzen und wenn ich Angst habe, bekomme ich Durchfall!“ Das höre ich als  Heilpraktikerin in Dresden sehr oft in meiner Praxis – und das zeigt, hier an kleinen Beispielen veranschaulicht, die Psychoneuroimmunologie, die sich als neueres medizinisches Fach in den letzten Jahren in der Medizinwelt immer eindrucksvoller etabliert. Daraus sehe ich auch für mich als Heilpraktikerin in Dresden einen Studien- und Behandlungsauftrag. 

Im allgemein üblichen medizinischen Aktionismus (Überweisungsscheine für Röntgen, MRT, CT, EEG, Biopsie… ) versteckt, gibt es die Psychoneuroimmunologie schon immer – allerdings erst aufgefächert in die einzelnen medizinischen Fachbereiche und wenn „nichts gefunden“ wird, dann erst heißt es: „…das ist psychisch, ich gebe Ihnen eine Überweisung zum Psychiater oder gehen Sie zur Psychotherapie.“ Manchmal kann der Weg dahin zur Lösung führen. Manchmal! Denn auch auf diesem Weg wird der hochkomplexe Zusammenhang aller den Menschen betreffenden Bereiche und Faktoren meist  „auseinander geworfen“, aufgeschlüsselt und zergliedert.

Wie sind in der Psychoneuroimmunologie die Zusammenhänge?

Wie kann denn eine zeitweise oder gar dauerhafte psychische Belastung, wie die Pflege eines kranken Familienmitglieds eine so große Wirkung auf das Immunsystem haben? Oder Mobbing und Überlastung auf Arbeit? Da muss es doch eine interne Körpersprache geben – einen besonderen Informationsfluss! Ja, und das gibt es und genau das ist der Gegenstand der Psychoneuroimmunologie. Es geht bei dieser interdisziplinären Ausrichtung um die Wechselwirkungen von Psyche, Nervensystem und Immunsystem. Im weiteren Sinne geht es auch um deren Interaktionen mit dem hochsensiblen Hormonsystem. Das wiederum findet seine Formulierung in der Psychoneuroendokrinologie

Wir können uns diesen sehr komplexen Zusammenhängen von vielen Seiten her nähern. Hier wähle ich mal den Weg von der Zelle aus: Die Körperzelle mit ihrem Zellkern und sonstigen Zellorganellen verfügt über ein entscheidendes Zentrum und Kraftwerk für „fast alles“ – die Mitochondrien. Sie steuern die innere Atmung und die Kraft der Zelle selbst und damit des jeweiligen Organs und somit des Körpers. Sie steuern damit die Zellteilung, die Alterung und den Niedergang der Zelle – und damit des Organs und wiederum des Körpers. 

Gut und effektiv arbeitende Mitochondrien stellen die für den Körper notwendige Energie her. Sie lieben „gute“ Kohlehydrate als Brennstoff, wandeln sie um in Energie und im Wesentlichen fallen Wasser und Kohlendioxyd als Abfallprodukte an. Diese Energie – also diese von den Mitochondrien erzeugte physische Lebenskraft wird in einem Molekül gespeichert. Dieses Molekül – das Adenosintriphosphat (ATP) – hält die Energie für viele, sehr viele Vorgänge im Körper bereit. Zum Beispiel für die Bildung neuer neuronaler Netze im Gehirn.

Wozu neuronale Netze im Zusammenhang mit Psychoneuroimmunologie?

Diese Netze können wir uns als einen Zusammenschluss von bestimmten Nervenzellen – eben wie ein Einkaufsnetz – vorstellen. Diese Zellen sind für verschiedenste Funktionen zuständig. Zum Beispiel das Sprechen, das Schlucken, das Laufen oder das Denken (im Sinne von Verknüpfen von bereits gespeicherten Informationen). Bereits im Mutterleib werden diese neuronalen Netze im Gehirn gebildet. Dort bekommen sie noch im Mutterleib bereits ihre erste Programmierung und diese legt sich schon vorgeburtlich im limbischen System nieder. 

Fühlt sich eine werdende Mutter gut, sicher und ist glücklich und freut sich auf das neue vor ihr liegende Leben nun mit Kind, dann kommen diese Gefühle 1:1 beim Ungeborenen an. Ist das nicht so, erlebt auch das Ungeborene genau diese Gefühle und Informationen. Mit dieser Angst, diesem inneren Stress und dieser Ungewissheit haben wir im limbischen System beim Start ins Leben einen sogenannten emotionalen Ausgangspunkt angelegt. Von diesem Punkt aus müssen beziehungsweise können wir das Leben betrachten und angehen…dann geht die Programmierung aber weiter. All das hinterlässt intensive neuronale Spuren im Gehirn. Es wird von Geburt an – in Antwort auf eine bestimmte Situation  – ein Verhalten erlernt, was im späteren Leben immer wieder aufgerufen werden kann. Das allerdings oft in verkleideter Form und nicht immer so offensichtlich – aber vom Prinzip her mit gleichem Inhalt. Gleichermaßen wird auch ein Gefühl immer biochemisch beantwortet.

Glückshormone - Stresshormone

Freude und Frohsinn lassen uns Glückshormone (Dopamin, Serotonin, Endorphine) produzieren. Das können wir in uns selbst eindeutig spüren. Dann lassen die Nerven locker und die Organe können ungehindert ihren Funktionen nachkommen. Ist das so, dann merken wir unseren Körper so gut wie gar nicht. Er funktioniert einfach. 

Angst oder gar Panik oder Wut oder alles, was Sie als unangenehme Emotionen bezeichnen, lassen Stresshormone (Cortisol, Adrenalin) entstehen. Der Körper schaltet auf Fluchtmodus oder der Verdauung wird die Energie entzogen, sie lahmt oder wird hintenan gestellt. Der Magen bleibt voll und es kommt zum Sodbrennen. Bleibt der Stress – bleibt das Sodbrennen. Bleibt das Sodbrennen und steigt die Säure refluxartig in die Speiseröhre, dann schwindet vor lauter Brennen der Schlaf. Geht der Schlaf, dann erhöht sich der Stress weiter, die Nerven werden schwach und die Emotionen werden unerträglich und so weiter und so weiter…

Stress, Stress und immer wieder Stress...

Wie reagiert der Körper auf Stress? Er hat gelernt, sich darauf einzurichten. Das betrifft vor allem den akuten Stress, der zum Leben gehören kann. Prüfungszeiten zum Beispiel oder die Zeit des Trainings vor einem für Sie wichtigen, bedeutsamen Wettkampf  oder die Geburt des ersten Kindes. Hierbei bündeln wir unsere Kräfte und wir geben unser Bestes und dann zieht auch bald wieder Ruhe ein. 

Das heutige Problem ist aber der sogenannte chronische Stress. Dieser hält länger an oder ist gar permanenter Begleiter geworden. Aber auch hier gibt es einen gewissen Stressbewältigungsmodus. Es aktiviert sich die hochsensible Hypothalamus – Hypophyse – Nebennierenrinden – Achse. Die ersten beiden können wir eher dem limbischen System zurechnen. Sobald eine Anforderung oder gar Bedrohung auftaucht, wird durch diese Achse die Ausschüttung von Stresshormonen ins Blut veranlasst. 

Kommt der Löwe auf mich zu, dann bekomme ich aus mir selbst heraus alle Kraft, selbst zum Sprung anzusetzen. Das ist ja im Bedrohungsfall gut, erwünscht und lebensrettend. Aber chronisch im Stress zu sein, mit zu viel Cortisol und Adrenalin im Blut? Ständig auf der Flucht! Meist dann auch vor sich selbst….das hat psychoneuroimmunologische Konsequenzen. 

Konsequenzen für das Immunsystem

Stressbedingte Flucht, beziehungsweise Kampfmodus heißt auch, dass das Immunsystem auf verschiedenste Art und Weise involviert ist. Und wie? Auch hier wieder über diese klare, mittlerweile eindeutig definierbare biochemische Sprache. Das geschieht konkret durch die Neurotransmitter, Neuropeptite, Zytokine, Hormone und andere Stoffe. So besteht auch das Immunsystem aus einer großen Anzahl verschiedenartig differenzierter Zellen.

Diese Zellen „leben“ in bestimmten immunzelltypischen Organen wie Milz, Lymphknoten , Knochenmark, Thymus und Darm. Bei einem konkreten Reiz (Bakterien, Pilz, Allergen) wandern diese Abwehrzellen zum „Ort des Geschehens“ und kommen dann ihrer definierten Aufgabe nach.  

Jedenfalls, wenn der jeweilige Organismus im Rhythmus der Natur schwingt. Tut er das nicht – aufgrund der Stressfaktoren, psychosozialer Faktoren oder „sonstiger Störungen“ – dann erhöht sich das sogenannte Infektionsrisiko oder es verzögern sich die sonst regulär ablaufenden körperlichen Heilungsreaktionen. Die durch Stress ausgeschütteten Hormone „behindern“ den sonst so gut organisierten Abwehrmechanismus als Immunantwort auf innere und äußere Reize. 

Also: wechseln wir nicht nur die Spur sondern die Perspektive! Glückshormone fressen Stresshormone!

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